Datum: Dienstag, 22. September 2020


Liebe Schwestern und Brüder,

Die Tage zwischen der Himmelfahrt Christi und dem Pfingstfest werden als Pfingstnovene (neun Tage vor Pfingsten) bezeichnet.

In der Bibel, der Apostelgeschichte, heißt es: "Sie alle (die Apostel) verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern." (Apg1,14) In der Phase der Unsicherheit nach Jesu Tod und Auferstehung betet die kleine Gemeinschaft der Zeuginnen und Zeugen Jesu miteinander.

Dabei steht Maria von Anfang an inmitten der christlichen Gemeinde. Maria gehört als Mutter Jesu unter die bevorzugten Zeugen für das Leben und das Wirken Jesu. Die Anwesenheit der Mutter Jesu in der betenden Gemeinde ist ein Zeichen dafür, dass sich ihre Mutterschaft nun der Gemeinschaft der Glaubenden (Kirche) zuwendet.

Vielleicht ist gerade deshalb der Monat Mai in besonderer Weise dem Gedächtnis Mariens gewidmet. Es ist der Monat, der in der Regel zwischen Ostern und Pfingsten liegt. Der Monat der Aussaat und des Blühens in der Natur. Dem haftet etwas Erdhaftes an. Die Erde ist weiblich, auch in der lateinischen und den romanischen Sprachen. Das drückt die Ursehnsucht des Menschen nach dem Mütterlichen, der mütterlichen Seite des Lebens aus.

Wie in einer Familie die Kinder oft den "Umweg" über die Mutter suchen, um etwas zu erreichen bzw. zu erlangen, so können wir gewissermaßen bei Maria anklopfen.

Maria sind all die Mühsale des Alltags zuzumuten, denn sie hat selbst die Alltäglichkeit und die Mühsal des Lebens erfahren. Maria verschließt sich dem Anruf des Menschen nicht. Alle unsere Unsicherheiten, die sich in der Folge der Corona-Pandemie eingestellt haben, können wir vor Maria bringen. Mit der betenden Mutter Jesu in den Tagen vor Pfingsten gewinnen wir den Mut in allen Unsicherheiten unser Vertrauen auf Gott zu setzen, indem wir ihm uns selbst, unsere Fähigkeiten, unsere eigenen Grenzen und unsere Zukunft vorbehaltlos überlassen können.

In dieser Zuversicht grüße ich Sie herzlich!

Ihr

Ralf-M. Willmes, Pfr.

54320 Waldrach, 22. Mai 2020

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Zum Beten eignen sich in diesen Tagen im Gotteslob die Nummern 675,5 und 676,4.

 

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