Datum: Dienstag, 13. April 2021

       

Der Osburger Kirchtum 

- Glockenturm, Kulturdenkmal und Wahrzeichen des Ortes Osburg -

 

 

Wann der Turm und zu welchem Zweck er gebaut wurde, lässt sich heute mit absoluter Sicherheit nicht mehr genau sagen. Nach einem Bericht über Kulturdenkmäler im Kreis Trier-Saarburg (12.2.) wurde der Turm im Jahr 1740 in den Kirchen-neubau integriert und beim Neubau der Kirche im Jahr 1958 freigestellt. Es kann jedoch begründet angenommen werden, dass der Turm wesentlich älter ist. Erhöht gelegen, erklärt der Turm sich als Kirchhofbefestigung, Wacht oder Sichtturm, wofür die Beispiele Bescheid und Rittersdorf sprechen.

Der Turm hat einen Durchmesser außen von 5,7, innen von 2,82 und eine Mauerstärke von 1,4 Meter. Das obere, von Gesimsen markierte Geschoss wurde im Jahr 1825 um 25 Fuß aufgesetzt und mit flachem Kegelhelm abgeschlossen.  Davor hatte der Turm einen achteckigen Helm, der wegen Baufälligkeit abgerissen werden mußte.Der Turm hat eine         Höhe von 18,50 Meter bis zum Gesims, 21 Meter bis zum Umlauf und ca. 23 Meter bis zur Hahnkrone.

Im Turm hängen drei bei der Firma Mabilon in Saarburg gegossenen Glocken

- St. Clemens, Nr. 5112, Durchmesser 105 cm, Gewicht 725 kg

- Maria Regina, Nr. 5113, Durchmesser 90 cm, Gewicht 510 kg

- Sancte Huberte, Nr. 5077, Durchmesser 80 cm, gewicht 340 kg.

 

                    

 

Die Clemens- und die Marienglocke wurden am 26. März 1950 - Palmsonntag - geweiht und anschließend im Turm aufgehängt. Die Vorgängerglocken waren während dem II. Weltkrieg von Nationalsozialisten herunter genommen und für Waffen eingeschmolzen worden. Patin der Marienglocke wurde Susanna Scherer, die als Mutter von 15 Kindern in den letzten Kriegstagen ihren Mann beim Einzug der Amerikaner durch Schussverletzungen verloren hatte. Pate der Clemensglocke wurde Johann Lehnen aus dem Nachbarhaus der Kirche - Hausname "off der Trab".

In dem oben erwähnten Bericht über Kulturdenkmäler steht unter anderem von im Jahr 1836 (19. November) geweihten drei Glocken - 583, 430 und 316,5 kg schwer - die als Ersatz für die zuvor umgeschmolzenen Glocken aus dem Jahr 1641 und 1759 angeschafft wurden. Diese Glocken trugen die Inschrift: I.LAUDO DEUM VERUM, PLEBEM VOCO, CONGREGO CLERUM, DEFUNCTUOS PLORO; NIN (statt M) BOS FUGO FESTAQUE HONORO  2. SUB JOANNE REICHERT, VICARIO IN OSBURG

Zwei der 1836 angeschafften Glocken mußten am 18. Juli 1917 das gleiche Schicksal erleicen, wie ihre Vorgängerglocken. Ersetzt wurden sie 1921 durch zwei 484 und 339 kg schwere neue Glocken, die dann wie oben geschrieben im II. Weltkrieg eingeschmolzen wurden.

Während die Glocken bis zum Neubau der Kirche im Jahr 1958 per Hand mit Glockenseilen zum Läuten gebracht wurden, übernahm nun und dies bis heute eine elektrischen Schaltanlage Aufgabe.

Im Jahr 2000 wurde eine neue Kirchturmuhr eingebaut. Gesamtkosten DM 29.599,54.

Mit Schreiben der Kreisverwaltung Trier-Saarburg vom 08. Mai 2008 wurde der Kirchturm unter Denkmalschutz gestellt.

Der durch Kriegsschäden stark in Mitleidenschaft genommene Turm wurde in den 80er und 90er Jahren mehrfach renoviert. Waren diese Maßnahmen zum Teil nur Stückwerk, erfolgte 2015/16 eine grundlegende Sanierung. Mit neuem Dach und Kirchturmhahn, neuem Glockenstuhl aus alten Eichenbalken, Stahltreppem im Inneren, einer neuen Elektrik, Steigleitern aus Metall, einer neuen Eingangstür, teilweise neuem Außenutz und einem kompletten Außenanstrich strahlt heute der Kichturm in neuem Glanz, so dass er auf Generationen wieder seiner Bedeutung für die Pfarrgemeinde als Kirch- und Glockenturm wie auch für die Ortsgemeinde Osburg, als Wahrzeichen gerecht wird.

 

                   

                     eingerüsteter Turm im Abendlicht                           Turm im Hintergrund des Motivwagens vom 

                                                                                                             Männergesangverein am Rosenmontag

 

Die ursprünglich veranschlagten Kosten für die Sanierung von Euro 156.000,00 konten durch ein gutes Management der Verantwortlichen (Bistum/Architekt/Kirchengemeinderat), aber besonders auch dadurch, dass Osburger Firmen "bei ihrem/ unserem" Kirchturm kostengünstig gearbeitet haben, mit Euro 143.000,00 die veranschlagten Kosten deutlich unterschritten werden. Neben dem Bistumszuschuss in Höhe von Euro 70.000,00, einem Zuschuss der Ortsgemeinde von Euro 27.000,00 und vielen Großspenden wie z.B. der Osburger Jagdgenossenschaft, der Sparkasse Trier und einigen Spenden von Vereinen und Einzelpersonen konnte die Sanierung ohne die Aufnahme eines Darlehens abgeschlossen werden.

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