Datum: Sonntag, 09. August 2020


im Markus-Evangelium 15

 

Heute ist Karfreitag. Wir denken an Jesu Tod, an den wir heute erinnern.

Bereitet den Tisch, wo ihr zusammen sitzt, etwas her:

eine Kerze, ein Kreuz, ein schwarzes Tuch

 

Einstiegsfragen:

- Wovor hast du Angst und würdest am liebsten weglaufen?

- Wurdest du schon einmal für etwas beschuldigt, was du gar nicht getan hast? Wie war das für dich?

 

Vorlesegeschichte:

Jesus muss weg, denn so geht das nicht mehr weiter ! Jesus hetzt das Volk auf gegen die alten Traditionen, gegen den alten jüdischen Glauben. Jesus muss weg! Das haben die führenden Priester, die Ratsmitglieder und die Schriftgelehrten entschieden. Anders ist Jesus ja nicht mehr beizukommen. Sie haben es mit Argumenten versucht. Aber Jesus beharrt auf seiner Meinung. Er lässt nicht mit sich reden. Er muss weg!

Sie haben Jesus verhaftet und schicken ihn zu Pilatus. Er ist der Stellvertreter der römischen Regierung. Nur er darf die Urteile sprechen. Pilatus fragt Jesus: “Stimmt das, was die Juden über dich sagen? Bist du wirklich der König der Juden?”

“Du sagst es.” Mehr sagt Jesus nicht. Seine Gegner, die ihn zu Pilatus gebracht haben, tragen viele Argumente vor, warum Jesus weg muss. Jesus schweigt. Reden macht hier keinen Sinn. Sie würden ihm ja sowieso nicht glauben.

Pilatus ist nicht wirklich froh. Er soll Jesus verurteilen, obwohl dieser nichts getan hat?

Er weiß, die Priester wollen Jesu weg haben, weil sie neidisch darauf sind, dass er beim Volk so beliebt ist. Da kommt Pilatus eine Idee: Jedes Jahr zum Paschafest darf er einen Gefangenen freilassen. Damit erinnern sich die Juden an die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten. Pilatus könnte ja Jesus freilassen. Dann wäre alles wieder in Ordnung und er hätte ein ruhiges Gewissen.

“Soll ich euch Jesus freilassen, den König der Juden?” Pilatus steht auf seinem Balkon und ruft diese Frage den vielen Menschen zu, die gekommen sind, um über den Gefangenen zu bestimmen, der begnadigt wird.

Pilatus denkt bei sich: Eigentlich eine komische Frage. Wen soll er denn sonst begnadigen, also die Freiheit wieder schenken? Die anderen Gefangenen sind doch wirklich Verbrecher!

Er will gerade das Urteil für Jesus zerreißen, da horcht er überrascht auf.

“Lass Barrabas frei! Lass Barrabas frei!

“Was?!” Pilatus ist verwirrt. “Barrabas ist ein Mörder! Den wollt ihr doch nicht freilassen.” Pilatus hat nicht mit den führenden Priestern gerechnet. Sie haben das Volk aufgehetzt und Lügen über Jesus verbreitet. “Doch, gib uns Barrabas frei!” ruft die Menge.

“Ja, aber…”, Pilatus sucht nach Worten, “was mache ich dann mit diesem unschuldigen Jesus?”

“Ans Kreuz mit ihm, er muss sterben!” Na gut, sonst geben sie ja doch keine Ruhe, denkt Pilatus. Er läßt den überraschten Barrabas frei. Jesus läßt er auspeitschen und kreuzigen.

 

Viele Menschen sind gekommen. Der einst so beliebte und bewunderte Jesus hängt am Kreuz. Seine Kleider haben die Soldaten unter sich verlost. Auf dem Weg zur Hinrichtung und auch jetzt hier ober auf dem Berg Golgotha haben die Menschen nur Spott und Hohn für Jesus übrig. Überall werden Stimmen laut: “Anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht retten!”. “Ja genau, ein Versager bist du. Nichts als große Töne kannst du spucken. Alles nur gelogen. Das geschieht dir gerade recht.”

Nur ein paar Frauen sind noch da, die Jesus wirklich liebhaben und genug Mut aufbringen, auch jetzt zu ihm zu stehen.

Sie wissen: Hier geschieht ein großes Unrecht. Aber sie können nichts dagegen unternehmen. Sie bleiben bei Jesus- Bis zum Schluss.

Alle anderen sind abgehauen und aus Angst, selbst gekreuzigt zu werden, weggelaufen.

 

Auch Josef von Arimathäa hält zu Jesus. Er nimmt den toten Jesus vom Kreuz und beerdigt ihn in einer Höhle. Wenigstens als Toter soll er ordentlich behandelt werden. Er verschließt das Grab mit einem großen Stein, damit ihm niemand Schaden zufügen kann. Die Frauen haben ihm geholfen. Sie wollen ihn nach dem Paschafest einbalsamieren, um ihm so die letzte Ehre zu erweisen.

 

Vertiefungsfragen:

- Wo sind die vielen Menschen, die vielen Geheilten, die so von Jesus begeistert waren? Die vielen, die ihm am Palmsonntag beim Einzug in Jerusalem zugejubelt haben? Warum halten sie nicht zu ihm?

- Wie muss sich Barrabas gefühlt haben? Jesus ist für ihn gestorben und wir glauben, er stirbt auch für uns alle.

 

Fürbitten:

Jesus, an deinem Todestag wollen wir zu dir beten und dich bitten:

- Stärke alle Menschen, die Angst haben.

Jesus, unser Bruder, wir bitten dich, erhöre uns

- Stärke alle Menschen, die krank sind, die sich an Corona infiziert haben und alle Menschen, die sich um die Infizierten kümmern.

Jesus, unser Bruder...

- Stärke alle Menschen, die alleine sind, die keinen Besuch mehr bekommen, die nicht mehr raus können.

- Sei bei allen Flüchtlingen, die in engen Lagern z.B. in der Türkei und in Griechenland hoffen, freigelassen zu werden und in Sicherheit leben dürfen.

Auch sie haben große Angst vor Corona, können aber in den engen Lagern gar keinen Abstand halten.

- Stärke alle Trauernde, die einen lieben Menschen vermissen.

- Wir beten besonders für ………..(da kann jede/r Namen oder Anliegen einfügen, die für euch wichtig sind.)

Jesus höre unsere Bitten und stärke auch uns. Amen.

 

Gebet:

Jesus, du bist gestorben. du bist zum Tode verurteilt worden, obwohl du immer das Beste für die Menschen wolltest. Du hast Menschen geheilt, du hast Menschen zugehört, du hattest keine Vorurteile gegenüber Ausländern, Bettlern, Zöllnern und allen, die am Rande der Gesellschaft standen.

Du bist für sie gestorben, hast die Folter und den Tod auf dich genommen.

Du weißt, wie Menschen leiden, du weißt, wie Menschen verachtet werden, du weißt, wie Menschen einen meiden und weglaufen.

Trotzdem bist du diesen Weg gegangen.

Sei bei allen Menschen, die heute leiden, an Krankheiten, an Einsamkeit, in Flüchtlingslagern, immer mit der Angst, sterben zu müssen.

Schenke ihnen und uns allen die Sicherheit, du läßt uns nicht alleine, du stehst zu uns, egal was wir tun..

Danke, Jesus, für das, was du damals für uns getan hast und immer wieder tust. Amen.

 

Danach:

An Karfreitag wird der kleine Gottesdienst nicht mit einem Segen beendet. Mit dem Tod Jesus ist die frohe Botschaft nicht zu Ende.

Wenn ihr wollt, könnt ihr das Kreuz mit einem schwarzen Tuch bedecken, eine Kerze daneben stellen wie auf dem Friedhof und Jesus quasi so beerdigen.

Wenn möglich lasst es so liegen bis wir Ostern feiern, die Auferstehung Jesu von den Toten.

 

Wenn in eurem Dorf ein Friedhof ist, geht dahin und bringt ein Kerzchen auf das Grab von einem Verwandten, Bekannten, Nachbarn oder zu einem Grab, das aussieht, als käme keiner so oft hin, um hier zu beten und es zu pflegen.

Stellt eine Kerze auf und betet für die verstorbenen Menschen, die ihr lieb habt oder für den Menschen, der dort begraben liegt.

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