Datum: Samstag, 24. Oktober 2020


Ihr könnt diesen Kreuzweg zu Hause beten. Dann bereitet den Ort, wo ihr den Kreuzweg betet, etwas her, eine Kerze, ein Kreuz, ein schwarzes Tuch.

Gerne könnt ihr auch nach draußen gehen. Vielleicht gibt es in euren Pfarreien einen Kreuzweg, den schon viele Menschen vor euch betend gegangen sind.

Dieser Kreuzweg hier, von Misereor vor 3 Jahren für Kinder geschrieben, haben wir 2018 mit Kommunioneltern in Pluwig leicht umgeschrieben. Nun noch einmal, da manche Sachen dieses Jahr zu Corona-Zeiten so nicht durchführbar sind.

Zielgruppe: Eher Grundschulkinder, obwohl jüngere Geschwister gerade die Bewegungen mit ernsthaftem Tun nachgeahmt haben.

Einleitung: Wir sind heute zusammengekommen, weil wir uns daran erinnern wollen, wie es Jesus in den letzten Stunden vor seinem Tod ergangen ist. Auch heute gibt es viele Menschen, deren Hoffnung auf ein gutes Leben durchkreuzt wird.

Wir wollen nun unseren Kreuzweg mit dem Kreuzzeichen beginnen:

+Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.+

 

Statio 1  Zum Schweigen gebracht 

 

Aus dem Evangelium nach Markus

Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten wollen Jesus töten lassen. Judas, ein Freund von Jesus, hilft ihnen dabei. Er verrät Jesus, küsst ihn und so wissen die römischen Soldaten, wen sie verhaften sollen. Die Soldaten packen Jesus und führen ihn ab. Die Jünger haben Angst und laufen alle davon. Nur Petrus folgt ihnen heimlich.

Jesus wird vor den Hohen Rat geführt, die Schriftgelehrten, Ältesten und Priester sind dort versammelt. Viele sagen Falsches über Jesus aus. Jesus schweigt dazu.

Der Hohepriester fragt ihn: “Bist du der Messias, der Sohn Gottes?”

Jesus antwortet: “Ich bin es.”

Da verurteilen sie ihn, da er über Gott lästert. “Er ist schuldig und muss sterben”.

Danach wird Jesus zum römischen Statthalter Pontius Pilatus gebracht. Nur er darf Todesurteile aussprechen.

Pilatus fragt Jesus: “Bist du der König der Juden?”

Jesus spricht: “Du sagst es.”

Pilatus fragt die Menschenmenge: “Was soll ich mit dem König der Juden tun?”

Sie schreien: “Kreuzige ihn.” So verurteilt Pilatus Jesus zum Tod.

 

Frage an die Kinder

Wie kommt es, dass Jesus, der zu allen gut war, nun plötzlich zum Verbrecher gemacht wurde? Antworten der Kinder,

Wenn die Kinder gute Antworten finden, sind die folgenden Erklärungen überflüssig. Dann weiter mit Aktualisierung, Geste und Gebet.

 

Erklärung

Jesus hat sich auf die Seite der Armen und Schwachen gestellt. Zugleich hat er die Mächtigen in Religion und Staat angeklagt, weil sie nicht für Gerechtigkeit eingetreten sind. Deshalb wollen ihn die Hohenpriester und die römischen Herrscher zum Schweigen bringen. Wenn sie Jesus töten, werden auch seine Anhänger keinen Aufstand wagen, so denken sie.

 

Aktualisierung

Auch heute noch werden Menschen verfolgt und getötet, weil sie aufdecken, wie ungerecht viele Mächtige handeln.

 

Gebet

Jesus, auch heute klagen Menschen über Unrecht in der Welt. Über ihr eigenes Unrecht oder das anderer Kinder und Menschen. Sie werden in vielen Ländern brutal zum Schweigen gebracht.

 

Geste

Wir wollen unseren Mund mit einer Hand bedecken und schweigend an alle denken, die mundtot gemacht werden.

 

Stille

 

Gebet

Jesus, gib uns den Mut, nicht zu schweigen, wenn Unrecht geschieht: auf dem Schulhof, in der Klasse, bei unseren Freunden, in unseren Familien.

 

Jesus, wir denken auch an die vielen Kinder in der Welt, die keine Stimme haben. die arbeiten müssen, die in armen Verhältnissen leben, die nichts lernen dürfen. Sie sind besonders bedroht von Unrecht. Wir wollen sie nicht vergessen. Amen.

 

Liedruf: Geh mit uns auf unserm Weg

 

Statio 2  Mit Macht gebeugt  

 

Aus dem Evangelium nach Markus

Jesus muss das Kreuz, an dem er sterben soll, selbst durch die Straßen von Jerusalem zu dem Platz tragen, an dem er gekreuzigt werden soll. Die Stelle heißt Golgotha, Schädelhöhe. Das Kreuz ist schwer und viele Menschen schauen verächtlich zu ihm, wenn er an ihnen vorbeigeht.

 

Frage an die Kinder

Warum sind die Menschen gegenüber denen, die sich nicht wehren können, manchmal so brutal? Antworten der Kinder

 

Erklärung

Die Mächtigen möchten ihr Macht zeigen. Keiner soll auf die Idee kommen, sich ihnen in den Weg zu stellen. Sie wollen mächtig bleiben!

 

Aktualisierung

Auch heute noch gibt es Herrscher, die ihr Volk unterdrücken. Sie vergrößern die Unterschiede: zwischen Arm und Reich, zwischen Männer und Frauen, zwischen den Religionen, zwischen Gesunden und Kranken. Auch heute gibt es Mächtige, die das corona-Virus nicht ernstnehmen und ihre Bevölkerung sehr gefährden.

 

Gebet

Jesus, du weißt, wie schwer das Kreuz auf deinen Schultern drückt. Und wie weh dir die Blicke der Menschen tun, die nur schauen, gaffen und dich ohne Mitleid betrachten.

 

Geste

Wir wollen unsere rechte Hand in den Nacken unseres Nachbarn legen und spürbar drücken. Wir denken an alle, die unterdrückt werden.

 

Stille

 

Gebet

Jesus, gib uns den Mut, etwas zu tun, wenn andere unterdrückt werden, blöd angeschaut oder sogar gemobbt werden: auf dem Schulhof, in der Klasse, bei unseren Freunden oder in der Freizeit.

Jesus, wir denken auch an die vielen Kinder in Ländern der Erde, die kein gutes Gesundheitssystem zur Verfügung haben, die in Slums leben, in Flüchtlingslagern, in ganz einfachen Wohnungen.

 

Liedruf: Geh mit uns...

 

Statio 3 Mit Mut gestärkt   

 

Aus dem Evangelium

Viele Menschen stehen am Kreuzweg Jesu und schauen tatenlos zu. Einzelne aber treten heraus aus der gaffenden Menge und zeigen Jesus, dass sie auf seiner Seite stehen:

- Simon von Zyrene hilft Jesus auf einer Wegstrecke, das schwere Kreuz zu tragen,

- Maria, die Mutter Jesus, will ihrem Sohn Mut machen,

- Veronika, eine Freundin Jesu, hält ihm ein Tuch hin, damit er sein blutendes Gesicht abtrocknen kann.

- Andere Frauen weinen und zeigen damit, dass sie Mitleid mit Jesus haben.

 

Frage an die Kinder

Warum sind manche Menschen mutig und treten aus der Menge heraus?

 

Erklärung

Jesus hat den Menschen Mut gemacht, weil er selbst ein gutes Vorbild war. Und Jesus hatte selbst Vorbilder: seine Eltern, seinen Freund Johannes der Täufer und die Menschen, von denen das Alte Testament berichtet.

 

Aktualisierung:

Auch heute noch gibt es immer wieder mutige Menschen, die sich für andere Menschen einsetzen. Menschen, die im Krankenhaus oder Seniorenheime arbeiten, ob als Ärzte, Pflegerinnen oder Reinigungskräfte, die die Notbetreuung in den Kitas übernehmen, die an der Kasse im Supermarkt sitzen, die mit dem LKW alles anfahren, was wir benötigen, die in den Dörfern helfen und sich Aktionen ausdenken, um das Miteinander zu stärken.

 

Gebet

Jesus, wir brauchen überall auf der Welt mutige Menschen, die Vorbilder sein können. Als Zeichen dafür, dass wir uns auch aus der Menge herauswagen wollen, wenn Unrecht geschieht,

 

Geste

wollen wir schweigend einen Schritt nach vorne treten und mit einer unserer Hände aufzeigen als Zeichen, ich bin auch dabei. Auch ich möchte helfen!

 

Stille

 

Gebet

Jesus, gib uns die Kraft, aus der Menge herauszutreten und für andere Vorbild sein: auf dem Schulhof, in der Klasse, im Dorf und in unserer Familie. Amen.

 

Liedruf: Geh mit uns...

 

Statio 4 Der Würde beraubt 

 

Aus dem Evangelium

Bevor die Soldaten Jesus ans Kreuz schlagen, ziehen sie ihm alle seine Kleider aus und verteilen sie unter sich. Diese Beute gehört zum Lohn der Soldaten. Jesus ist nun schutzlos den Blicken der Zuschauer ausgesetzt. Mit dem letzten Hemd nimmt man Jesus seine Würde als Mensch.

 

Frage an die Kinder

Warum sind Menschen so gemein?

 

Erklärung

Gott will, dass wir die Würde der Menschen, der Tiere und der Natur achten. Er liebt jeden Menschen, jedes Tier und jedes Wesen und Pflanze auf Erden, so wie es ist. Er hat sie alle geschaffen.

Aber wir achten oft nicht auf das, was Gott uns geschenkt hat.

 

Geste

Wir formen unsere Hände zu einer Schale und denken schweigend daran, dass du uns die Welt vertrauensvoll in unsere Hände gelegt hast.

 

Stille

  

Gebet

Jesus, gib uns Kraft und Fantasie, die Welt gut zu behandeln, zu Hause und beim Spielen in der Natur. Amen.

 

Liedruf: Geh mit uns...

 

Statio 5 Ohne Schuld hingerichtet   

 

Aus dem Evangelium

Die römischen Soldaten nageln Jesus ans Kreuz. Alle sollen sehen, was mit einem passiert, der die Mächtigen kritisiert. Ein Schild zeigt an, dass man ihn mit dem Tod bestraft, weil er sich angeblich selbst zum König der Juden machen wollte.

 

Frage an die Kinder

Warum muss Jesus, der keinem etwas getan hat, so grausam sterben?

 

Erklärung

Jesus wehrt sich nicht, immer ist er für Gewaltlosigkeit eingetreten. Er bleibt friedlich, sogar am Kreuz.

 

Aktualisierung

Auch heute noch sterben Menschen unschuldig: im Krieg, bei Terroranschlägen, auf der Flucht, bei Naturkatastrophen, während der Corona-Pandemie in vielen Ländern der Erde, auch hier bei uns.

 

 

Gebet

Jesus, Menschen müssen sterben, weil es Menschen schwer fällt, in Frieden zusammen zu leben.

 

Als Zeichen dafür, dass wir friedlich miteinander umgehen wollen, reichen wir uns alle die Hände oder halten sie friedlich hoch und schweigen.

 

Stille

 

Gebet

Jesus, gib uns die Kraft, Frieden zu schaffen: auf dem Schulhof, in der Klasse, mit unseren Freunden und in unseren Familien. Amen.

 

Liedruf: Geh mit uns...

 

Statio 6: Mit Hoffnung aufstehen 

 

Aus dem Evangelium

Jesus ist gestorben. Er hat gelitten bis zum letzten Atemzug. Nach seinem Tod hat man ihn in eine Höhle gelegt, die als Grab vorgesehen war.

 

Frage an die Kinder

Unglaublich: Jesus atmet nicht mehr. Sein lebloser Körper hängt am Kreuz und wird beerdigt.

Ist das das Ende?

 

Erklärung

So sieht es zunächst aus. Seine Freundinnen und Freunde sind todtraurig und am Boden zerstört. Alles haben sie für Jesus und seine Botschaft aufgegeben und nun haben sie Angst, dass man sie auch verfolgen und töten wird.

Dann erinnern sie sich an seine Worte:

Nichts kann uns trennen, auch der Tod nicht. Ich bin bei euch alle Tage eures Lebens und darüber hinaus.

 

Aktualisierung

Auch heute noch stehen wir fassungslos vor dem plötzlichen Tod eines lieben Menschen. In diesem Moment sind wir verzweifelt und können nicht verstehen, warum Gott nicht hilft.

Jetzt in der Corona-Krise können wir nicht verstehen, warum die Menschen auf der Welt solch ein Unglück trifft. So viele unschuldige Menschen starben daran; sind erkrankt und haben große Angst; viele Menschen weltweit werden noch infiziert und davon sterben.

 

Gebet

Jesus, du bist als Mensch geboren und als Mensch gestorben. Lass uns deine Nähe spüren, wenn wir nicht weiter wissen.

 

Geste

Als Zeichen dafür, dass wir vertrauen, dass Gott uns ganz nahe sein möchte, wenn es uns schlecht geht, wollen wir einander schweigend die rechte Hand auf die Schulter legen oder die Hände über unseren Kopf als Segen, als Schutz Gottes halten.

 

Stille

 

Vater Unser

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde dein Name

dein Reich komme, dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern

und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit,

in Ewigkeit. Amen. (GL 3,2) 

 

Gebet

Jesus, lass uns nicht alleine, wenn wir traurig sind.

Jesus, lass uns daran glauben, dass der Tod nicht das Ende ist.

Jesus, wir denken an alle Menschen, die gestorben sind und die wir lieb haben.

Schenke du ihnen das ewige Leben. Amen.

 

Danach:

An Karfreitag wird der kleine Gottesdienst/Kreuzweg nicht mit einem Segen beendet. Mit dem Tod Jesus ist die frohe Botschaft nicht zu Ende.

Wenn ihr wollt, könnt ihr das Kreuz mit einem schwarzen Tuch bedecken, eine Kerze daneben stellen wie auf dem Friedhof und Jesus quasi so beerdigen.

Wenn möglich lasst es so liegen bis wir Ostern feiern, die Auferstehung Jesu von den Toten.

 

Wenn in eurem Dorf ein Friedhof ist, geht dahin und bringt ein Kerzchen auf das Grab von einem Verwandten, Bekannten, Nachbarn oder zu einem Grab, das aussieht, als käme keiner so oft hin, um hier zu beten und es zu pflegen.

Stellt eine Kerze auf und betet für die verstorbenen Menschen, die ihr lieb habt oder für den Menschen, der dort begraben liegt.

 

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